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Variable Fonts: Was sie sind und warum sie das Design revolutionieren

Schon einmal von Variable Fonts gehört? Wenn nicht, wird es höchste Zeit, denn sie bringen frischen Wind in die Welt der Typografie und des Webdesigns. Mit variable Fonts kannst du Gewicht, Weite und andere Attribute einer Schrift flexibel anpassen – und das alles innerhalb einer einzigen Datei. Hier erfährst du, was dahintersteckt und warum diese Technologie das Design grundlegend verändert.

1. Was sind Variable Fonts?

Bei Variable Fonts handelt es sich um eine Weiterentwicklung des OpenType-Standards. Statt für jede Variation (z. B. Light, Regular, Bold, ExtraBold) eine eigene Font-Datei nutzen zu müssen, fasst ein Variable Font sämtliche Varianten zusammen. Durch Achsen – so genannte “Axes” – kannst du beispielsweise das Schriftgewicht stufenlos verändern oder den Zeilendurchschuss anpassen.

Beispiel für Achsen:

  • Weight-Achse (wght): von ultraleicht bis extrafett
  • Width-Achse (wdth): von schmal bis breit
  • Italic-Achse (slnt): um die Schrift schräg zu stellen
  • Optical Size (opsz): anpassbar je nach Schriftgröße, um Lesbarkeit zu verbessern

Mit diesen Achsen bieten Variable Fonts eine riesige Bandbreite an Möglichkeiten – und das in nur einer Datei.

2. Vorteile für Performance und Design

2.1. Weniger Datenaufwand

Anstelle mehrerer Dateien für verschiedene Schriftschnitte lädst du nur noch eine Variable-Font-Datei. Dadurch können sich Ladezeiten verkürzen und dein Webprojekt profitiert von einer besseren Performance – ein wichtiger Faktor für die User Experience und letztlich auch für Suchmaschinen.

2.2. Mehr Designfreiheit

Ob du eine bestimmte Stelle im Text hervorheben möchtest oder eine fein abgestimmte Typografie für unterschiedliche Gerätegrößen brauchst: Variable Fonts geben dir die Möglichkeit, Zwischenstufen zu nutzen, die es in klassischen Schriftfamilien oft gar nicht gibt. So kannst du zum Beispiel ein Schriftgewicht von 433 wählen – nicht nur die üblichen 400 (Regular) oder 700 (Bold).

2.3. Responsives Typedesign

Da die meisten User*innen Websites über verschiedene Devices ansteuern, wird responsives Design immer wichtiger. Mit Variable Fonts kannst du Schriftgrößen, -breiten und -gewichte flexibel auf die jeweilige Bildschirmgröße abstimmen und so sowohl Ästhetik als auch Lesbarkeit optimieren.

3. Animationen und Mikro-Interaktionen

Variable Fonts sind nicht nur praktisch, sondern eröffnen auch spannende Möglichkeiten für kreative Effekte. So kannst du mit CSS-Animationen fließend von einem Schriftschnitt zum anderen wechseln – etwa wenn ein Button hover-betont wird. Solche Mikro-Interaktionen können das Nutzererlebnis angenehmer machen und deiner Webseite das gewisse Etwas verleihen.

4. Worauf du achten solltest

  • Kompatibilität: Nicht alle Browser unterstützen Variable Fonts gleichermaßen. In modernen Browsern wie Chrome, Firefox, Safari und Edge funktioniert es jedoch sehr gut. Für ältere Browser kannst du Fallback-Fonts einbinden.
  • Richtige Einstellungen: Achte darauf, dass du die richtigen CSS-Eigenschaften für deine Variable Fonts verwendest (z. B. font-weight: 400 700; oder font-variation-settings: für spezifische Achsen).
  • Lizenz und Hosting: Prüfe, ob der Font-Anbieter deine gewünschte Nutzung der Font-Datei erlaubt und wie du sie korrekt einbinden musst (lokal oder via Webfont-Host).

5. Fazit: Die Zukunft ist variabel

Variable Fonts sind ein echter Gamechanger in der Typografie. Sie kombinieren Performance-Vorteile mit ungeahnter Flexibilität – und das alles in einer einzigen Datei. Ob du gezielter auf mobile Endgeräte eingehen oder deine Designideen weiter ausreizen möchtest: Variable Fonts bieten dir den Spielraum, den du dafür brauchst.

Wenn du dich für modernes Webdesign und Typografie interessierst, sollten Variable Fonts definitiv auf deinem Radar stehen. Sie sind gekommen, um zu bleiben – und werden die Art, wie wir mit Schriften umgehen, nachhaltig prägen.